Pater Aloys der Pfarrer der Herzen…

Man kennt ihn, man grüßt ihn und man mag ihn: Aloys Hülskamp – bekannt als Pater Aloys. Seine 50 Jahre sieht man dem sympathischen Mann nicht an, wenn er mit dem Fahrrad durch Trier radelt. „Das ist praktisch. In sieben Minuten bin ich an der Pforte vom Mutterhaus. Das würde ich sonst nicht so schnell schaffen. Und es hält es fit.“ Außerdem habe er etwa 15 bekannte Gesichter auf seiner kurzen Radstrecke gegrüßt. Gleich nach den ersten gewechselten Worten wundert mich das nicht: Der Pater ist locker, quirlig und bietet mir sofort an, ihm wirklich jede Frage zu stellen.

Unser Treffpunkt ist das Jugendwerk Don Bosco in Trier-West. Hier lebt der Pfarrer mit den Ordensbrüdern der Salesianer Don Bosco. Zudem ist er Seelsorger für die Jugendlichen: Er unterstützt bei der Sponsorensuche und hat vor vielen Jahren als Projekt seines Studiums das BoscoMobil ins Leben gerufen, mit dem er früher selbst sehr oft durch Trier West und Pallien gefahren ist. Denn das Wichtigste war für ihn schon immer der persönliche Kontakt zu den Menschen. Ob alt oder jung, aus freudigem oder auch traurigem Anlass. Dieser herzliche und menschennahe Eindruck bestätigt sich auch im weiteren Gespräch. Auf den breiten Treppen hinauf in das Wohnzimmer der Mitbrüder erzählt er, dass er sich unheimlich mit dem Rad beeilt habe. Im Mutterhaus habe er eine krebskranke Bekannte besucht und dabei zufällig einen jungen Mann getroffen, den er ebenso kennt.

Von der nördlichen Landluft
zum priesterlichen Dienst nach Trier

Aufgewachsen ist Pater Aloys gemeinsam mit seinen Eltern und vier Schwestern in Norddeutschland, bei Cloppenburg. Die Eltern hatten einen bäuerlichen Nebenerwerbsbetrieb und davon angetan ließ Aloys sich zunächst als Landwirt ausbilden. Genau hier, zwischen Tieren und der norddeutschen Brise, liegen die Wurzeln seiner priesterlichen Berufung. Denn in seiner Heimat lebten auch Mitbrüder des Ordens, dem er nun angehört. Ein paar Treffen und Orientierungstage in der Eifel bestätigten sein Vorhaben: „Ich bin ein Mensch, der schnell Entscheidungen fällen kann!“, lacht der Pater. Nach seinem Noviziat zur Vorbereitung auf den Ordenseintritt mit 22 Jahren war er zunächst drei Jahre als Gärtner auf dem Helenenberg tätig. Doch der Wunsch, Priester zu werden, ließ ihn nicht los und so begann er das Theologiestudium für Spätberufene. Mit gerade einmal 30 Jahren empfing er dann die Priesterweihe: „An den Tag erinnere ich mich sehr gut. Da schoss Oliver Bierhoff das Golden Goal zur Europameisterschaft!“ Schließlich kehrte er nach einer Zeit in Thüringen und dem anschließenden berufsbegleitenden Studium der sozialen Arbeit und Pädagogik in Osnabrück 1997 als Kaplan nach Trier zurück. Von 2001 bis 2004 wurde er als Priester auf dem Helenenberg eingesetzt, danach als Pfarrer für den Stadtteil Trier-West.