Sonjas Geschichte: Auf dem Surfbrett in die Ehe

Auf diesem Wege möchte ich meinem tollen Ehemann dafür danken, dass er mich immer wieder aufs Neue erobert hat — bis ich mal an der Reihe war.
Seit Anfang 2007 sind wir, Marc und ich, ein Paar. Allerdings ließ ich von Beginn an deutlich durchklingen, dass für mich eine Hochzeit nicht in Frage kommen würde. Weder kirchlich noch steuerlich hatte ich zu der Zeit Beweggründe. Als ein sehr freiheitsliebender Mensch wollte ich mich durch eine Ehe nicht einschränken lassen — obwohl ich meinem jetzigen Mann und damaligen Freund ewige Treue und Liebe geschworen hatte. Allerdings wusste ich auch, dass es ein großer Traum von Marc gewesen wäre, mich zu heiraten. Ihm war klar, da ich zu dem stehe, was ich sage und da sehr konsequent bin, hätte er natürlich nie gewagt, mich zu fragen, ob ich es mir doch noch überlegen möchte mit einer Hochzeit. Er hatte zu sehr Angst, dass ich „Nein“ sagen würde.

So vergingen einige Jahre, und im Oktober 2010 wurde mein Gefühl von „Liebe“ für ihn immer intensiver. Den größten Liebesbeweis konnte ich ihm erbringen, wenn ich ihm einen Heiratsantrag machen würde. Seine Antwort wusste ich ja schon im Voraus. Und auch, dass ich die Frage stellen müsste.

Ich ließ mir noch ein paar Tage Zeit, um das legendäre Datum 10. Oktober 2010 abzuwarten — ein Wochenende. Und somit konnte ich mir noch überlegen, wie ich es anstellen sollte. Schließlich wollte ich einen außergewöhnlichen, keinen spießigen, Antrag machen.
Wir wohnen an der Sauermündung, wo die Mosel recht breit ist und sind beide passionierte Wassersportler (Kajakfahren und Windsurfen). Daher beschloss ich im Oktober 2010, vormittags bei schönem Wetter windsurfen zu gehen. Marc half mir beim Aufbauen des Materials. Nach den ersten Metern auf dem Wasser bat ich ihn, in der Wohnung einen schwarzen wasserfesten Stift zu holen, weil ich auf meinem Surfbrett eine verblasste Linie nachziehen wollte. Nichtsahnend verschwand er in unserem Zuhause. In der Zwischenzeit zog ich ein weißes T-Shirt, das ich vorher mit einer Aufschrift präpariert hatte, über meinen Neoprenanzug: „Dies ist kein Witz…“
Als er bewaffnet mit einem Stift wieder ans Ufer kam, surfte ich auf ihn zu. Er war ein wenig irritiert, mich jetzt mit einem T-Shirt mit dem Schriftzug zu sehen. Er schaute fragend und ich stürzte mich samt Segel ins Wasser, tauchte wieder auf und zeigte ihm die Beschriftung auf meinem Rücken: „Willst du mich heiraten?“und zwei Kästchen zum Ankreuzen „Ja“ und „Nein“. Sofort verstand er, warum er den Stift in der Hand hielt und stürzte sich zu mir ins Wasser — das Kreuz machte er direkt und vor Glück kullerten die Freudentränen. „Ja“, sagte er noch.
Gut zwei Monate später heirateten wir in Dänemark.