JA – zwei Buchstaben, eine Antwort, (k)leine Frage?

Am Anfang steht immer der Antrag – fragt sich nur wer ihn macht und vor allem wie? Rose, Ring, Frage – Männersache. Simpel. Für viele zu simpel, der einfachste aller Anträge. Die Vorstellungen dazu gehen auseinander. Während früher ganz klassisch der Mann den Antrag in die Hand genommen hat, sind es heutzutage auch Frauen, die sich den ersten Schritt zutrauen. Auch die Art und Weise, wie die Frage gestellt wird, hat sich geändert.

STILL, HEIMLICH UND SACHLICH
Eine heute beliebte Variante ist es, sich still und heimlich zu verloben. Da viele der klassischen Verlobung keine große Bedeutung mehr zuschreiben, fällt der Antrag dementsprechend mager aus, wenn überhaupt: Zwischen Tür und Angel, beim gemeinsamen Abendessen oder auf der Autofahrt zu Freunden. Die Frage nach dem Bund fürs Leben wird häufig in banalen Situationen gestellt. Oder auch diskutiert. Längst ist eine Hochzeit nicht mehr nur Liebessache, sondern wird auch steuerlich und wirtschaftlich gesehen. Ebenso geplant wie die Ehe ist in manchen Beziehungen dann auch der Antrag. Möglicherweise entfällt er gänzlich.

MÄNNERSACHE?
Ist man dann doch noch etwas romantischer veranlagt, dann muss auf alle Fälle ein Antrag her. Doch selbst ist die Frau – Emanzipation und Co. kommen unkreativen Männern in diesem Fall entgegen. Denn längst muss nicht zwingend der Mann vor der Frau auf die Knie gehen, um die entscheidende Frage zu stellen. Nicht selten sind es Frauen, die ihrem meist etwas größeren Einfallsreichtum heute freien Lauf lassen. Doch aufgepasst: In dieser Hinsicht sollte man sich gegenseitig gut einschätzen können. Denn nicht jeder Mann möchte von seiner Frau den Antrag gestellt bekommen. Stichworte: Ehre, Stolz, Männlichkeit. Also, wenn sie weiß, dass ER den Antrag in die Hand nehmen wird, dann lieber eine Weile gedulden und nicht zu voreilig auf die Knie gehen, liebe Damen.

GUTES TIMING
Mindestens genauso wichtig wer die Frage stellt, ist der richtige Zeitpunkt. Es gibt Paare, die lernen sich kennen und wissen sofort, dass die Liebe für immer besiegelt werden soll. Andere möchten nicht nach sieben Monaten, sondern erst nach sieben Jahren Beziehung heiraten – oder noch später. Auch in dieser Hinsicht gilt es, den Partner ein Stück weit einschätzen zu können. Denn überrumpelt man seinen Liebsten zu früh mit einem Antrag, kann das nach hinten losgehen. Und erneut auf die Knie zu gehen, kostet vermutlich Angstschweiß und eine gehörige Portion Mut.

BÜHNE FREI
Die wichtigste aller Fragen: Wie stelle ich es an? Dezent oder extravagant, groß oder klein. Gibt man im Internet Stichworte wie „Heiratsantrag“ und „spektakulär“ ein, dann platzt die Ergebnisliste aus allen Nähten: Ob You- Tube-Videos mit einem Flashmob im Disneyland, Candle-Light Dinner auf einem Hochhaus oder speziell darauf ausgerichtete Reisen. Inspirationen gibt es genug – der Fantasie und den Möglichkeiten sind keinerlei Grenzen gesetzt. Egal wofür man sich letztendlich entscheidet, ob man einen extravaganten Antrag in Zweisamkeit stellt oder gemeinsam mit Familie und Freunden den oder die Liebste/n überrascht. Es kommt darauf an, dass der Antrag ehrlich ist und von Herzen kommt. Dann spielt das Drumherum meistens gar keine so große Rolle.

JA, DU DARFST!
Schlussendlich stellt sich noch eine Frage: Muss ich den Schwiegervater in spe um Erlaubnis bitten? Früher war es gesellschaftliche Pflicht, heute ist es eher die Kür. Manch eine Frau findet diese traditionelle Geste noch immer sehr umschmeichelnd. Und nicht zu vergessen – andere Länder, andere Sitten. Wer Partner oder Partnerin mit einem anderen kulturellen Hintergrund heiraten möchte, der hat sich sicherlich schon längst über die dortigen Bräuche informiert und weiß bestens Bescheid, was auf seiner To-Do-Liste steht. Also, traut euch!