Brautkleid und Anzug – Das perfekte Paar?

So quietschbunt und farbverspielt die Hochzeiten im Film und Fernsehen oder auf Katalogbildern leuchten mögen, die Mehrheit aller Hochzeitspaare setzt nach wie vor auf einen klassischen Look. Für den Bräutigam heißt das meist: Anzug in Schwarz oder Anthrazit, dazu ein helles Hemd. „Es ist wirklich so, dass 90 Prozent sich an diese Konventionen halten“, sagt Friederike Mauritz, Vorsitzende des Bundes deutscher Hochzeitsplaner. „Im Hochsommer greift zwar der eine oder andere Mann zum beigen oder weißen Anzug, aber das bleibt die Ausnahme.“ Natürlich muss der Anzug dann auch zu Braut und Kleid passen!

DER FRÜHE VOGEL
Es ist ein zauberhafter Brauch, dass Braut und Bräutigam ihre Outfits für die Hochzeit unabhängig voneinander kaufen und sich am Hochzeitstag damit überraschen. Doch die Tradition birgt natürlich auch Gefahren: Denn wer nicht weiß, wie der Partner aussieht, kann sich nur schlecht auf ihn abstimmen. Und es ist wichtig, dass das Brautpaar für seinen großen Auftritt in jeder Hinsicht einen ganz harmonischen Eindruck hinterlässt. Da muss alles stimmen und der Anzug perfekt zum Brautkleid passen (und umgekehrt natürlich). Was also tun, damit die Looks auch wirklich harmonieren? In aller Regel ist es so, dass die Braut ihr Kleid als erstes kauft. Änderungen, Lieferzeiten und Co. erfordern es, dass man sich wirklich frühzeitig darum kümmert. Der Bräutigam darf ein wenig kurzfristiger vorgehen, sollte sein Outfit aber auch nicht gerade auf den allerletzten Drücker besorgen: Drei Monate vor dem großen Tag ist es also auch für ihn spätestens an der Zeit, sich um den Look zu kümmern. Es ist also letztlich an ihm, einen Anzug zu finden, der perfekt zum Brautkleid passt – und das unter Umständen, ohne die Robe je gesehen zu haben.

AM ANFANG WAR DIE HEMDFARBE
Die Anzugsilhouetten sind über die Jahre jugendlicher geworden: Der Bräutigam trägt heute körpernah und stark tailliert, enge Hosen zu eher kurzen Sakkos. „Auf mehr als zwei Knöpfe sollte verzichtet werden“, rät Modedesignerin und Maßschneiderin Astrid Werle Werle. Das Revers ist meist sehr schmal, nur bei untersetzten Männern sollte es breiter sein. Volkmar Arnulf vom Bundesverband des Maßschneiderhandwerks Arnulf hält eher an bewährten Regeln fest: Die Jacke solle mindestens bis zum Schritt reichen, damit sich der Bräutigam keine Blöße gibt, wenn er am Altar steht und ihn

STYLING
die anderen von hinten sehen. „Schön ist das nämlich nicht, wenn die Hochzeitsgesellschaft dann von einer zerdrückten Hose angegrinst wird.“ Bei den Stoffen sei eine leicht changierende Optik möglich, zu sehr glänzen sollte es aber nicht. Auch beim Hemd ist bei den meisten Männern Dezentes angesagt, neben diversen Beige-, Champagner- und Crème-tönen. Allerdings müsse die Hemdfarbe immer zum Brautkleid passen, betont Friederike Mauritz, Vorsitzende des Bundes deutscher Hochzeitsplaner. Und sofern das Paar eher pastellig und nicht penetrant im zwillingshaften Partnerlook daherkommt, können auch weitere Farbübereinstimmungen die Verbindung des Paares betonen. Wie klassisch oder ausgefallen das Outfit am Ende aussieht – ob im Frack oder im karierten Sakko – das hängt gewiss auch vom Freundeskreis, von Vorlieben und von Lust und Laune ab. „Wichtig ist jedoch, dass man alles, was man trägt, mit Überzeugung trägt“, so Arnulf.

Text: DPA/ Ingrid Boucha