Mit Liebe handgemacht

„Bray creates“: unkompliziertes Design in Kombination mit natürlichen, hochwertigen Materialien „made in“ Leiwen an der Mosel

Nomen est omen. Gibt es eigentlich so etwas wie Vorbestimmung, die mit dem Namen beginnt? Bei Brayonna Taylor ganz bestimmt.

Angefangen hat eigentlich alles damit, dass Bray – da guckte sie kaum über die Tischkante – wie hypnotisiert vor dem Fernseher saß, wenn die Top-Models während der großen Modenschauen in Paris, Mailand, New York und London trippelnd über den Catwalk tänzelten. Oder, wenn sie als Teenager damit begann, eifrig Fashionmagazine zu sammeln, um sich an ihre ersten kleinen Nähprojekte zu wagen.

„Mode. Design. Stoffe. Formen.
Es gab nichts, was mich mehr faszinierte.“

Dass sie, ganz nach dem Vorbild ihrer Großmutter, einer gelernten Schneiderin, einmal die Leidenschaft für Stoffe und das kreative Arbeiten zum Beruf machen wollte, stand für Bray jedenfalls außer Frage.

Sich kreativ ausdrücken können. Der Fantasie freien Lauf lassen. Mit ihrem Modedesignstudium an der Hochschule Trier vor sechs Jahren startete Brayonna in einen Beruf, der Berufung ist. Ihr Praxis-Semester auf den Philippinen bei Triers Vorzeige-Designerin Miranda Konstantinidou, deren Konplott-Schmuck Weltstars wie Madonna oder Shakira tragen, hat Bray auf den Geschmack gebracht, Träumen nicht ein Leben lang nachzulaufen. Und so hat sie sich in diesem Jahr nach ihrem Bachelor-Abschluss und dem Arbeiten als Designerin und Produktmanagerin in einem Unternehmen mit ihrem eigenen Atelier „bray-creates“ in der Maximinstraße in Leiwen an der Mosel selbstständig gemacht. Das Herzstück: Braut- und Abendmode. „Ich liebe unkompliziertes Design in Kombination mit natürlichen, hochwertigen Materialien. Nichts macht mir mehr Freude, als eine glückliche Kundin, die sich in einem meiner Kleider rundum wohlfühlt.“

Sommerlicher Boho-Style für die Vintage-Braut oder romantische Eleganz mit raffinierter Spitze? Stilvolle Meerjungfrau oder ein kostbares Erbstück, modern und neu interpretiert für die Braut im Hier und Jetzt. Upcyling ist mehr als nur ein Trend.

Brayonnas Credo:
Sich am Hochzeitstag nicht verkleiden,
sondern einfach nur man selber sein.
Und dafür das Kleid tragen, in dem man sich am Wohlsten fühlt.

Wohlfühlfaktor Nummer 1: der Stoff. Webereien und Stofflieferanten aus Deutschland beliefern Bray mit hochwertigen Textilien für die Braut- und Abendmode. Fließende Seidenstoffe, changierender Chiffon, einzigartige Spitzen, feinste Tüllen. „Ich verzichte ganz bewusst auf Lieferanten und Produktionsstätten in Fernost, um die Qualität, Hochwertigkeit und Einzigartigkeit jedes Produkts gewährleisten zu können. Das hat auch etwas mit Nachhaltigkeit und einem verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen unserer Erde zu tun.“

Und wie setzt Bray ihre Entwürfe um? Am Zeichenbrett oder am PC? „Am liebsten an der Puppe, wenn ich weiß, was die Kundin in Sachen Schnittführung und Stilrichtung favorisiert“, sagt die 25-jährige. „Ich drape immer zuerst an der Puppe, mache zwischendurch Fotos und zeichne.“ Für ein kurzes, schlichtes Kleid braucht die Modedesignerin so um die 30 Stunden, für ein aufwendiges Modell können da aber auch schnell schon mal zwischen 50 und 80 Stunden draufgehen.

Für Bray ist Service alles. Und darum bietet sie in Sachen Hochzeit auch eine Art Rundum-Sorglos-Paket an. Das fängt bei den Accessoires an. Da werden die passenden Ringkissen gefertigt, der Haarschmuck, die Tasche oder das dezente Gürtelchen. Und das hört bei den Empfehlungen für Fotografen oder Floristen auf, mit denen sie zusammenarbeitet.

Und weil sie selbst viele Jahre bei Modenschauen und Fotoshootings hinter der Bühne geholfen und sich um Haare und Make-Up gekümmert hat, ist Bray auch die perfekte Ansprechpartnerin, wenn es um das Styling geht. „Ob puristisch oder als Glamour-Queen, ob dezent oder im Vamp-Style, immer muss der Look zum Outfit passen und das Gesamtbild abrunden“, rät die Frau, die es wissen muss.

So wird zum Beispiel ein Kleid mit Rückenaus schnitt mit einer locker in den Nacken gesteckten Frisur romantisch schön in Szene gesetzt. Ein lässiger Undone-Look – die Haare werden offen in leichten Wellen getragen – passt ganz wunderbar zum ungezwungenen Vintage-Style mit frischem Blumenkranz im Haar.

Und wie wird irgendwann einmal Brays Brautkleid aussehen? „Schlicht. Im Vintage-Style. Aber schneidern werde ich das nicht selbst“, sagt sie mit einem
Augenzwinkern. „Das bringt Unglück. Dafür hat man ja Freundinnen.“ Und bis dahin entwirft sie weiter Mode, die von sich Reden macht. Die Leiwener Moselweinkönigin Lisa Schmitt war bereits im Fernsehen zu sehen, in einem Kleid von Brayonna Taylor, als sie um das Amt der Deutschen Weinkönigin warb.

Mehr über Brayonna Taylor und ihr Atelier, Maßanfertigungen, Kollektionen und Workshops unter www.bray-creates.de und auf Facebook.

 

Text: Sandra Blass-Naissar